Summercamp 2017

Das Summercamp 2017 fand im Nationalparkhaus in Dornumersiel statt und stand unter dem Motto „Generationen“. Für 10 Tage haben sich junge LARP-Interessierte mit Grundlagen, Methoden, Storytelling, Make-Up, Bildungsinhalten und Kurzformen beschäftigt.

Mit dem Projekt „LARP Writers‘ Summerschool“ sollten Jugendliche und junge Erwachsene sich in einer Ferienfreitzeit und mehreren Workshops über das Medium LARP kritisch mit ihrer eigenen kulturellen Position und ihrer sozialen Rolle auseinandersetzen. Hier wurden vor allem Jugendliche ab 16 Jahren angesprochen, welche bereits erste Erfahrungen mit LARP mitbrachten, aber auch Jugendliche und junge Erwachsene aus themennahen Kreativbereichen, wie Theater, Schriftstellerei und pädagogischem Spiel.

LARP, also Live-Action-Role-Play oder Liverollenspiel, verbindet klassische, performative Ausdrucksformen wie Theater und darstellendes Spiel mit einer spontanen, interaktiven Komponente. Durch vorhandene, mediale Genre- und Rollenbilder besteht eine gemeinsame, bekannte Bilder- und Formensprache, die von den Teilnehmenden eine aktive Auseinandersetzung hinsichtlich der Darstellung einer eigenen Rolle erforderte. Wie der Arbeitstitel „Generations“ verdeutlicht, lagen die inhaltlichen Schwerpunkte sowohl auf gegenwärtigen Möglichkeiten eines cross-medialen, interaktiven Storytellings als auch auf einer Positionsbestimmung innerhalb einer individuellen Historie.

Kern des Projekts war die „Summerschool“ selbst, also ein 10tägiges Camp für Larp-Erfahrene und Einsteiger, welche die kreativen und kulturellen Aspekte von Larp kennenlernen und ausprobieren wollten. Mit dem Nationalpark-Haus Dornumersiel an der Nordsee wurde eine Location gefunden, welche sowohl ein kreatives Arbeitsumfeld als auch eine ganzheitliche Selbstwahrnehmung im Zusammenspiel von Natur und Gesellschaft ermöglichte. Gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Theater, Maske, Gamedesign und kulturelle Bildung wurde die Vielfältigkeit von LARP als Ausdrucksform erkundet und hinterfragt. Nach einer Kennenlernphase wurde ausgiebig mit der Methode experimentiert und eigene Mini-LARPs entworfen und ausprobiert. Einige der fertigen Konzepte wurden in Form von Postkarten gedruckt, welche sowohl den interaktiven Charakter der Methode als auch einen Netzwerkgedanken transportieren. Zudem wurde ein LARP-Autoren Netzwerk ins Leben gerufen – „larpwriter.de“ – welches den Raum für zukünftige Zusammenarbeit und Ideenaustausch bieten soll.

In der Reflexion der Summerschool wurden vor allen die Möglichkeiten diskutiert, wie man kontroverse, gesellschaftliche Themen in Form von kurzen LARPs repräsentieren und darstellen kann – außerdem die Möglichkeiten, wie man mediengestützte LARPs umsetzen könnte. Zudem spielte das Thema Partizipation eine große Rolle. Das Camp war von seiner Konzeption her als Workshop mit einer flexiblen Struktur angelegt – trotzdem wurde die Möglichkeit der Beteiligung wenig wahrgenommen. Es wurden daher Vorschläge gesammelt, wie man Partizipationsmöglichkeiten spielerisch zu Beginn der Veranstaltung üben könnte, um Teilnehmenden zukünftiger Workshops ein stärkeres Verständnis für die eigenen Einflussmöglichkeiten an die Hand zu geben.

Eingerahmt wurde die Summerschool durch 3 dreitägige Workshops. Einer dieser Workshops fand vor der Summerschool statt und diente im Wesentlichen der Konzeption und Vorbereitung der Sommeraktion. Zwei weitere Workshops fanden nach dem Camp im Sommer statt und boten einerseits die Chance, einige entstandene Konzepte und LARP-Ideen als Team fertigzustellen und zu gestalten, andererseits konnten so nochmal einzelne Themen des Sommers in den Fokus gerückt werden. So stand der erste Workshop unter dem Schwerpunkt „Mini-LARPs und spielerische Kurzkonzepte“ und der zweite Workshop unter dem Thema „Gender und Diversität“. In beiden Workshops wurde sich sowohl methodisch als auch inhaltlich mit Rollenbildern und gesellschaftlichen Positionen auseinandergesetzt und versucht, eine eigene Haltung dazu zu entwickeln.